Albanien


Albanien ist ein Land, das lange Zeit von der Außenwelt abgeschottet war. Grund dafür war der kommunistische Diktator Enver Hoxha, der das Land bis zu seinem Tod 1985 abgeriegelt hatte. Anfänglich mit Jugoslawien, dann mit Russland und später mit China verbunden - am Ende aber mit allen zerstritten. Hoxha wurde mit zunehmendem Alter immer paranoider und witterte überall Feinde und Verrat. Er ließ im Laufe der Zeit 750000 Bunker bauen, was das kleine Land an den Rand des wirtschaftlichen Ruins brachte. Zeitweise gab es für zivile Projekte keinen Beton mehr, da alles in den Bunkerbau floß. Er errichtete einen Überwachungsstaat der schlimmsten Sorte, ließ Bürger untereinander bespitzeln, errichtete Internierungslager, in denen mehr als 100000 Menschen ums Leben kamen.

Die Einreise verläuft entspannt und freundlich. In der Nähe der Stadt Gyrokaster stehen wir einige Tage am Fluß, nachdem wir uns zuvor in der Stadt mit SIM-Karten versorgt haben und einkaufen waren. Unser erster Eindruck von albanischen Städten: Fahren geht, es ist nicht zu eng, aber Parken geht gar nicht. Es gibt schlicht keine Parkplätze! 

Wir stehen an einer Furt, alle vorbeikommenden Fahrzeuge hupen und winken, wie in der Türkei! Wir können schön spazieren gehen, das Internet ist gut, wir genießen die Ruhe. Doch dann wird es Zeit, nach Tirana zu fahren, um Jacob abzuholen. Er kommt spät Abends an, wir verbringen den Tag westlich der Hauptstadt am Strand.

Wie immer ist die Freude riesig, einen unserer Söhne wiederzusehen❤️😍❤️😍! 

Zu dritt besuchen wir am nächsten Tag die Hafenstadt Durres. Auch hier ist das Parken echt schwierig, aber schließlich werden wir gegen Gebühr fündig. In der Stadt ist alles vertreten: Amphitheater, eine Festung, Kirchen, Moscheen, Plätze ....

Es gibt schäbige, verfallene Gegenden, aber auch eine mit Marmor ausgelegte Fußgängerzone.

Natürlich dürfen auch Bunker im Stadtbild nicht fehlen!

Wir fahren weiter zum Kap Rodonit. Die kleine Straße ist denkbar schlecht, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h kommen wir voran. Vorne am Kap ist ein gebührenpflichtiger Parkplatz, den wir diese Nacht nehmen. Beim Spazierengehen entdecken wir hauptsächlich eines: Bunker!

Kleine, riesige, bunte, .... es ist sozusagen für jeden etwas dabei🤣! In einem der großen Bunker ist sogar ein Restaurant untergebracht!

Leider ist das Wetter schlecht, es regnet oft und viel🙄.

Abends wird wieder gezockt😁🤩😁🤩

Die nächste Tage sind wir in und um Skhodra, der zweitgrößten Stadt in Albanien. Die kleine Tigra braucht einen Tierazt, sie hat eine Gebärmutterentzündung. Das hat eine Totaloperation zur Folge - wir wollten sie zwar auf jeden Fall sterilisieren lassen, aber noch nicht so früh! Aber das muss sein und sie erholt sich erstaunlich schnell von der Operation. Das Wetter ist nach wie vor bescheiden bei unserem Abstecher zum Comani- See. Der Straßenbelag ist auf weite Strecken nicht vorhanden und es ist sehr mühsam. Abends wird Tigra beim Tierarzt noch einmal gecheckt - alles ok👍! Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg in die Bergwelt bei Theth.

Bei Sonnenschein sieht alles viel schöner aus und es ist sofort herrlich warm🌞😍.

Kuschelstunde ❤️❤️❤️

Unser nächstes Ziel ist der Bovilla-Stausee der die Trinkwasserversorgung Tiranas abdeckt. Die Anfahrt ist auch hier wieder eine echte Strapaze für Fahrzeug, Fahrer und Passagiere. Doch die Mühe lohnt sich, der See ist wunderschön. Es gibt hier oben ein Restaurant (sehr lecker) und eine über Treppen erreichbare Aussichtsplattform.

Die Treppen bestehen aus grobmaschigen Gitterrosten, unsere Hunde lassen sich standesgemäß hoch- und wieder runtertragen🤣🤣🤣.

Jacob und Tuna gehen noch eine Runde Baden, bevor wir uns auf den Weg nach Tirana machen. Es gibt dort zwar Parkplätze, doch es wird empfohlen, diese spät abends oder ganz früh morgens anzusteuern, da sie tagsüber voll besetzt sind.

Um 21 Uhr sind wir dort und richten uns in einer Ecke des Parkplatzes ein.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir sind ja, im Gegensatz zu Jacob, keine Städtefans, aber Tirana ist schon sehr nett. Viele Cafes, Restaurants, Läden und Verkaufsstände. Es gibt immer wieder Grün zwischendrin, Museen, Denkmäler, Kirchen und Moscheen. Zentral gelegen thront die Pyramide von Tirana, die sich Enver Hoxha selbst als Denkmal gegönnt hat. Aktuell wird es gerade zum Kulturzentrum umgebaut.

Jacob und Thomas besuchen noch die Ausstellung "Bunk Art", die im ehemaligen Atombunker der Hoxha-Regierung untergebracht ist. Thema der Ausstellung sind die Verbrechen und Gräueltaten der Geheimpolizei und der Regierung.

Viel zu schnell ist die Woche mit Jacob vorübergegangen😢! Ein freundlicher Nachtwächter lässt uns auf dem Parkplatz der Universität übernachten, die nur ein paar Autominuten vom Flugplatz entfernt ist. Morgens um 5 Uhr lassen wir Jacob vor dem Terminal aussteigen und verabschieden uns. Diesmal dauert es nicht so lange, bis wir uns wiedersehen😍😍😍.

Wir fahren noch einmal zu dem Strandparkplatz, an dem wir vor einer Woche auf Jacob gewartet haben und legen uns nochmal schlafen.

Jacob erzählt uns später, dass er unseren LKW vom Flugzeug aus am Strand gesehen hat😁😁.

Die vielen Strandbars und Restaurants bereiten sich jetzt, kurz vor Pfingsten,  auf die Saison vor. Überall wird gewerkelt, gestrichen, Liegen aufgestellt und Sonnenschirme mit neuem Schilfgras versehen. Deshalb wird es für uns Zeit, uns in die Berge zu verziehen. 

Doch zuvor müssen wir noch einmal nach Tirana. Thomas hat einen Zahnarzttermin - eine Krone hat sich gelöst. Er kommt gleich morgens um 10 Uhr dran und eine Stunde später ist alles zur vollsten Zufriedenheit erledigt, und das für 41 Euro😊!

Der Besitzer dieser schönen Wiese kommt vorbei und lädt uns ein, so lange zu bleiben, wie wir möchten. Begleitet wird diese Unterhaltung von selbstgebranntem Raki, den er mitgebracht hat😋😋😋!

So sieht es aus, wenn Conny Yoga machen möchte 🤣🤣🤣

Von unserem letzten übernachtungsplatz aus führt unser Weg über wunderschöne, kleine Bergstraßen zur Grenze nach Kosovo.

Auf albanischer Seite gab es keinen Grenzposten, auf der kosovarischen Seite mussten wir vor der Einreise zuerst noch eine Fahrzeugversicherung abschließen.

Unser Fazit zu Albanien: Wer ans Meer möchte, muss in den Süden Albaniens. Dort waren wir jetzt nicht, aber es wurde uns mehrfach bestätigt. Wer Natur und Berge will, ist im Norden und Westen gut aufgehoben. Auf jeden Fall ist Albanien ein tolles Reiseland mit freundlichen Menschen, wir kommen sicherlich wieder.